Bei Immo-Finanzierungen lockert sich die Kreditklemme

(Neuheiten - Detail)

Datums : 15.03.2010

Bei Immo-Finanzierungen lockert sich die Kreditklemme

Nach dem restriktiven Jahr 2009 finanzieren Banken nun wieder mehr Immo-Käufe und Developments, sagt UniCredit-Immo-Finanzierungs-Chef Reinhard Madlencnik.

Die Kreditklemme lockert sich, Finanzierungen von Immobilienprojekten und Immo-Käufen sollen heuer sowohl in Österreich als auch im CEE-Raum wieder leichter zu bekommen sein: Zu diesem Schluss kommt die UniCredit in einer Marktstudie. Stabilere Wechselkurse und bessere Länderrisikoeinschätzungen seien positive Vorzeichen für die konjunkturelle Erholung. Die 2009 in Österreich wie CEE sehr zurückhaltenden Immobilieninvestoren würden seit Jahresende wieder Interesse an Zukäufen zeigen, und die Banken würden ihre allzu strengen Auflagen schrittweise aufgeben, heißt es in der Studie. Die UniCredit selbst hatte 2009 ihr Immo-Finanzierungsvolumen gegenüber 2008 auf 1,1 Milliarden € halbiert. 2010 habe besser begonnen, sagt UniCredit Immobilienfinanzierungs-Chef Reinhard Madlencnik. In den ersten beiden Monaten seien 300 Millionen € vergeben worden, davon 130 Millionen € in Österreich und 170 Millionen € in CEE. Zum Vergleich: 2009 machte die Bank für CEE 300 Millionen € locker. Zwei Drittel des Volumens flossen jetzt in Entwicklungsprojekte, ein Drittel in Kauf-Finanzierungen. Insgesamt haben Investoren 2009 im CEE-Raum 2,5 Millionen € in Käufe gesteckt, 2008 waren es 9,8 Millionen €. In Österreich sank das Investitionsvolumen von 2,1 auf 1,3 Milliarden €. Heuer soll es aufwärts gehen (siehe Grafik).

"Refinanzierung ist für Banken billiger geworden, das geben sie jetzt weiter. Die Margen sind branchenweit um etwa ein halbes Prozent billiger geworden und liegen nun bei 1,75 Prozent", so Madlencnik. Teurer sei die Refinanzierung von auslaufenden Krediten. Wichtiges Kriterium sei, dass Projektentwickler "volles Engagement" zeigen. Madlencnik: "Ausländische Fondsmanager haben zum Beispiel bei ersten Problemen rasch das Handtuch geworfen und das Projekt der Bank umgehängt".

Ernst Vejdovszky, der als Vorstand der börsenotierten Sparkassen Immo AG (s Immo) in Österreich und CEE sowohl Gebäude kauft als auch entwickelt, bestätigt die Trendwende: "Immo-Finanzierungen sind seit Kurzem wieder leichter und auch günstiger und zu vernünftigen Rahmenbedingungen als vor einem Jahr zu haben". Es gäbe etliche Banken, die wieder in Offensive gingen und ihre Ziele für Immo-Finanzierungen nun aufstocken. Vejdovszky: "In Österreich, Polen, Tschechien und auch der Slowakei ist die Welt für Immo-Entwickler und -Käufer zwar nicht mehr wie sie früher war, aber doch wieder eindeutig besser als vor einem Jahr".

UBM-Finanzchef Heribert Smole bestätigt: "Finanzierung ist leichter zu bekommen, die Prüfungen gehen auch rascher."

(15. 03. 2010 | Wirtschaftsblatt)




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