Tschechische Wirtschaft bremst Materialmangel

Veröffentlicht: 14.06.2021 Ähnliche Länder:  Österreich Österreich

Lieferschwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie haben in einigen Wirtschaftszweigen zu Materialmangel geführt. In Tschechien spürt man dies besonders in der Automobilbranche.

Es fehlen Plastik, Metall und Computerchips. Manche Unternehmen warten sogar mehrere Monate auf neue Lieferungen. Das stört den gesamten Produktionsprozess.

„Wenn man alternative Materialien verwenden will, muss man den Fertigungsprozess ändern. Das bedeutet in der Folge, erst einmal zu testen und zu validieren, was Zeit und Geld kostet. In den ersten fünf Monaten haben wir dafür einige Hunderttausend Kronen aufgewendet,“ sagt Petr Mašek, Generaldirektor von Piston Rings Komarov, einem Produzenten von Kolbenringen im mittelböhmischen Komárov.

Bei dem Auto-Zulieferer Continental fehlen wiederum Computer-Chips. „Wir haben sowohl globale als auch lokale Krisenteams zusammengestellt. Über diese sind wir täglich im Kontakt mit unseren Zulieferern und ebenso mit unseren Kunden. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass die negativen Folgen für unsere Produktion und unsere Lieferungen so gering wie möglich sind. Immerhin haben wir keine Lieferungen stornieren müssen“, meldete der Generaldirektor von dem Continental Czech Republic, Tomáš Vondrák. Seine Meinung nach könnte sich die Lage in der Automobilindustrie erst Anfang kommenden Jahres stabilisieren.„Das wird nicht nur davon abhängen, wie sich die Nachfrage bei Pkws entwickelt, sondern auch im Bereich der Unterhaltungselektronik. Das heißt zum Beispiel bei Smartphones, Laptops oder etwa Spielkonsolen.“

Beim Automobilhersteller TPCA, dem Gemeinschaftswerk von Toyota, Peugeot und Citroën im mittelböhmischen Kolín, musste wegen fehlender Computer-Chips im März allerdings die Produktion für zwei Wochen unterbrochen werden.

„Insgesamt geht es der Wirtschaft hierzulande nicht so schlecht, wie befürchtet worden war. Aber wir werden derzeit durch Lieferschwierigkeiten gebremst. Das heißt, der Absatz könnte eigentlich noch höher liegen. In diesem Jahr dürfte uns es einige Prozente an Umsatz kosten“, sagt Verbandschef Zdeněk Petzl. Seinen Schätzungen nach könnten die Ausfälle zu Umsatzeinbrüchen zwischen fünf und zehn Prozent führen.

Quelle: https://deutsch.radio.cz/materialmangel-bremst-tschechische-wirtschaft-8718174